skip to Main Content

Start-up Report: Gründer würden wieder gründen

Gründer sind aktuell sehr zufrieden – und würden wieder gründen. Bild: © turgaygundogdu / Fotolia

Gründer kennen die Angst vor dem Scheitern. Dennoch zeigt der neue Start-up Report 2017, dass sich der Mut lohnt.

Lange Arbeitstage und kaum Freizeit, das Buhlen um Investoren, der stetige Kampf mit der Verwaltung und nicht zuletzt die Sorge, ob die eigene Idee sich am Ende am Markt durchsetzen wird oder womöglich die Pleite droht – ein Start-up zu gründen, ist keine Party, sondern harte Arbeit. Dennoch würden deutsche Gründer den Schritt jederzeit wieder gehen: 95 Prozent sagen, sie würden mit ihren aktuellen Erfahrungen erneut ein Start-up gründen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 250 Start-up-Gründern in Deutschland.

Acht von zehn Gründern würden auch anderen jungen Menschen empfehlen, ein Start-up zu gründen. Gleichzeitig gibt gut jeder dritte Gründer an, dass er bei der Gründung Angst hatte, mit seinem Start-up zu scheitern und damit als Versager zu gelten. „Wer nicht zum Ziel kommt, der verdient Respekt für den Mut, etwas gewagt zu haben – und sollte sich nicht Sorgen machen müssen, gesellschaftlich stigmatisiert zu werden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wir brauchen eine Kultur der zweiten und dritten Chance, wenn wir es ernst meinen mit der Start-up-Nation Deutschland.“

Start-ups schaffen Arbeitsplätze

Dass sich Mut und Engagement der Gründ auszahlen – auch für die Gesellschaft –, zeigen die weiteren Zahlen des Start-up Reports. Demnach haben zwei Drittel der Start-ups 2016 neue Arbeitsplätze geschaffen, im laufenden Jahr wollen drei Viertel zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Im Schnitt beschäftigt jedes Start-up in Deutschland aktuell 18 Mitarbeiter. Vor einem Jahr waren es erst 15 Mitarbeiter. Gleichzeitig macht sich auch hier der Fachkräftemangel bemerkbar: Mehr als jedes zweite Start-up konnte bereits einmal eine Stelle nicht besetzen, weil es an geeigneten Kandidaten fehlte. Vor allem Entwickler werden häufig gesucht.

Finanziell gesehen haben viele Gründer große Pläne und Kapitalbedarf: Sieben von zehn Start-ups benötigen für die kommenden zwei Jahre frisches Kapital, im Schnitt werden 2,5 Millionen Euro gebraucht. Eine große Mehrheit – stolze 85 Prozent – ist aber zuversichtlich, das nötige Geld einsammeln zu können. Einen Börsengang halten indessen nur 14 Prozent der Start-ups in Zukunft für denkbar, 14 Prozent schließen ihn grundsätzlich aus. Für zwei Drittel ist der Gang auf das Parkett aktuell kein Thema.

Situation hat sich für viele verbessert

Insgesamt fühlen sich viele Start-ups gut aufgestellt: 55 Prozent und damit mehr als die Hälfte der Gründer sagt, dass sich die Situation für das eigene Start-up in den vergangenen zwei Jahren verbessert hat, nur fünf Prozent sehen eine Verschlechterung.

Auch Deutschland wird als Start-up-Standort immer beliebter. So sind nicht nur 88 Prozent mit ihrem Standort zufrieden – mehr als zwei Drittel der Gründer würden ihr Start-up auch wieder in Deutschland gründen, vor einem Jahr waren es nur 44 Prozent. Gleichzeitig verlieren die USA nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump für deutsche Gründer an Attraktivität: Hätten 2016 noch 32 Prozent im Fall einer erneuten Gründung ihr Start-up gerne in den USA gestartet, so sind es heute nur noch 15 Prozent.

 

Der Beitrag Start-up Report: Gründer würden wieder gründen erschien zuerst auf return – Magazin für Transformation und Turnaround.

Back To Top